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Was bin ich eigentlich?

Ich bin ein kleines Raubtier, wie die Katze und der Hund. Wenn mich jemand als Nager bezeichnet, fühle ich mich beleidigt. Nagetiere essen nämlich Grünzeug, von dem bin ich nicht so begeistert. Außerdem esse ich ab und zu gerne mal einen Nager :-). Ich bin kleiner als eine Katze und habe kürzere Beine, dennoch, wenn man mich mit einem anderen bekannten Haustier vergleichen möchte, dann am ehesten noch mit einer Katze. 

Raubtiergebiss


Hier könnt Ihr mal so ein Gebiss sehen.

Könnt Ihr euch jetzt vorstellen, das mit uns nicht gut Kirschen essen ist, wenn wir sauer sind ?
 



 


Meine Vorfahren waren die Iltisse, die vor ca. 2000 Jahren jemand gefangen,  gezähmt und festgestellt hat, dass wir super zur Jagd geeignet sind. Es ist für mich kein Problem, in einen Kaninchenbau zu kriechen und durch die Gänge zu schlüpfen, das Kaninchen läuft dann raus und die Zweibeiner brauchen nur am Ausgang des Baus ein Netz aufspannen und warten. Wenn ich ein Kaninchen jage, dann nennt man das "Frettieren". Manchmal würde ich auch gerne mal ein frisches Kaninchen essen, nicht nur aus der Dose, aber wenn ich ehrlich bin, wäre mir das andererseits viel zu viel Arbeit. Manche Schriftstücke lassen vermuten, dass wir Frettchen schon vor 5000 Jahren von den Ägyptern zur Mäusejagd eingesetzt wurden; das ist jedoch nicht bewiesen. Wenn in unserer Wohnung eine Maus frei laufen würde, die mir eventuell auch noch mein Essen klaut, dann würde ich die natürlich so lange jagen, bis ich sie erwische. Um die Maus unschädlich zu machen, isst man diese am besten auf. Würde man sie irgendwo verstecken, würde es ja zu stinken anfangen. Mäuse sind übrigens ein willkommener Leckerbissen.

Also begann man den Iltis zu züchten und gab dem neuen, nicht mehr wilden Tier, den Namen Frettchen. Durch die Züchtung haben sich die Iltisse allerdings nach und nach verändert, so das aus dem damaligen Einzelgänger nun ein Gesellschaftstier wurde, das man nicht mehr alleine halten konnte. Am offensichtlichsten ist das heute an den verschiedensten Farben zu erkennen.

Es gibt folgende Farbvariationen:

Albino



Albinos z. B. sind ganz weiß und haben rote Augen, die ersten gezüchteten Frettchen waren alle Albinos. 


Es gibt auch so genannte Black Eyed White, die sind zwar ganz weiß, haben aber keine roten sondern schwarze Augen, die sind selten. Manchmal sind sie dann nicht mehr so richtig weiß sondern eher gelblich oder beige.

***Bild vom Iltisfrettchen***

Dann gibt es die Iltisfrettchen, gekreuzt wiederum mit dem wilden Iltis ist wohl diese Farbe wieder entstanden. Ich bin so ein Iltisfrettchen, ich habe weiße Unterwolle und darüber braune bis schwarze Grannenhaare. Ein weiteres Merkmal ist die weiße Gesichtsmaske.  

Harlekin

Dann wären da die Harlekinfrettchen, sie haben helle Pfoten und einen hellen Brustlatz, manche von ihnen haben auch noch vereinzelt weiße Flecken am Körper verteilt.


Das zimtfarbene Frettchen ist caramelfarben bis hellbraun, seine Gesichtsmaske ist nur schwer zu erkennen.

 

***Bild Siam***

 

Auch seltene Färbungen sind z. B. silbergrau, rotbraun oder gescheckt.

Panda






Hier handelt es sich um einen Pandarüden.

Vorsicht bei besonderen Färbungen und neuen Arten, hier handelt es sich oft um Tiere die nur auf Aussehen gezüchtet werden und dadurch genetisch verkorkst sind. Viele dieser Tiere werden kaum mehr 4 Jahre, sind mißgebildet oder leiden dauernd unter verschiedenen Krankheiten.

Das Gehirn, das Herz, die Leber und die Nieren haben sich verkleinert. Wir Frettchen sind nicht mehr ganz so aktiv und leistungsstark wie einst der Iltis. Salopp gesagt bin ich wohl etwas plumper und tollpatschiger als mein Vorfahre, der Iltis. Deshalb könnte ich ohne die Hilfe von Zweibeinern in der Wildnis auch nicht überleben. Wir sind durch die Zucht auch keine Einzelgänger mehr sondern brauchen die Gesellschaft. Mein wissenschaftlicher Name lautet 'Mustela putorius furo'. Die Bezeichnung "Mustela" kommt von Mus=Maus, der Name kommt also entweder daher das wir klein und flink wie Mäuse sind oder weil wir auch wie Mäuse in Erdlöchern wohnen oder weil wir Mäuse essen. Putorius heißt soviel wie 'übel riechen', damit spielt man wohl auf unseren besonderen 'Duft' an. Und das furo am Ende bedeutet 'stehlen', wahrscheinlich, weil wir gerne Sachen sammeln und aufheben. Kleiner stinkender Mäusedieb?! Das ist eigentlich ja eine Frechheit!

Leider entdeckten die Zweibeiner in den 70er Jahren das Frettchen auch als Pelztier, es gab in Skandinavien und Polen große Frettchenfarmen. Was für ein scheußlicher Gedanke! Da stelle ich mich doch lieber freiwillig als lebende Stola zur Verfügung, dann kommt hoffentlich keiner auf die Idee, mir das Fell abzuziehen. Heute ist dieses Thema bei Frettchen nicht mehr so aktuell, leider jedoch bei vielen Artverwandten.

Zum weiblichen Frettchen sagt man im Übrigen 'Fähe' und zum männlichen 'Rüde'. Diese Bezeichnungen gelten auch für alle anderen Marderartigen. Zu meiner weiteren Verwandtschaft gehören die Baummarder, Steinmarder, Großwiesel (Hermelin), Mauswiesel, Nerz (Mink), Stinktier (Skunk), Otter und Dachs. Ich gehöre also im Großen und Ganzen zu den Marderartigen.

Körperbau:
***Bild Rüde/Fähe***

 

Ich habe einen kurzen Kopf mit einer abgerundeten Schnauze, kurze abgerundete Ohren, einen langen Hals und einen schlanken und langgestreckten Leib. Meine Beine sind kräftig, aber etwas kurz geraten. Dann habe ich noch einen rundlichen behaarten Schwanz der ca. halb so lange ist wie ich selbst. Ich habe fünf Zehen und fünf Finger, meine Krallen kann ich leider nicht, so wie die Katze einziehen, die sind fest wie beim Hund. Ein Rüde wird zwischen 35 und 46 cm lang, 13 bis 19 cm lange ist dann noch der Schwanz. Die Fähe ist meist nur halb so groß. Diese werden ca. 31-35 cm lang und haben einen 11-14 cm langen Schwanz. Eine Fähe wird im Übrigen 600 bis 900 Gramm schwer und der Rüde 900 bis 1800 Gramm. Mein Bruder bringt übrigens fast zwei ganze Kilo auf die Wage.

Ich kann sehr gut hören und riechen, dafür sehe ich nicht so gut. Das sehen ist auch in der Nacht nicht ganz so wichtig, dafür habe ich nämlich überall im Gesicht Tasthaare, die mich warnen, wenn mir was im Weg liegt. Die Wissenschaftler behaupten, das wir Frettchen keine Farben außer eventuell rot sehen, wenn ich wüsste wie rot aussieht, würde ich es euch verraten! Des weiteren bin ich wie gesagt ein Raubtier und habe auch ein dem entsprechendes Gebiss, mit Reißzähnen, die ich zum zerreißen vom Fleisch brauche. Ich habe insgesamt 34 Zähne. Ich habe eine lange biegsame Wirbelsäule mit relativ kurzen Gliedmaßen und 14 Rippenpaaren. Im Gegensatz zu euch Zweibeinern habe ich jedoch kein Schlüsselbein und keinen Blinddarm. Meine Körpertemperatur liegt zwischen 38 und 39 Grad Celsius. Meine Schweißdrüsen sind genau wie beim Hund nicht gut entwickelt, ich kann also nicht richtig schwitzen. Im Sommer ist es daher wichtig, das ich immer ein schattiges Plätzchen finde und ausreichen Wasser zur Verfügung steht. Eine kleine Besonderheit bei uns Marderartigen ist die "berühmte" Stinkdrüse. Sehr bekannt ist sie beim Stinktier aber auch Frettchen besitzen eine Solche. Wenn ich Angst habe, mir was wehtut oder ich mich sehr aufrege, verbreite ich einen für euch Zweibeiner ziemlich penetranten Geruch. Aber keine Angst, das verfliegt schnell wieder. Richtig stinken tu ich also nur in vorher genannten Fällen. Ansonsten habe ich einen etwas ungewöhnlichen Eigengeruch, der ist aber nicht schlimmer als z. B. beim Hund, nur anders. Unsere Stinkdrüse entfernen zu lassen ist übrigens laut § 6.1 des Tierschutzgesetzes verboten. Damit muss man eben leben, wenn man mich zum Freund haben will!

 


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